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B-Corporation: Was steckt dahinter – und warum Du das Label kennen solltest

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Inhaltsübersicht

Jedes Mal, wenn ich nach einer nachhaltigeren Alternative suche, fühle ich mich von der Flut an Labels fast erschlagen. Besonders am Anfang wusste ich nie, welches Siegel wirklich für Nachhaltigkeit steht – und welches nur danach aussieht. Eines der wenigen Labels, dem ich inzwischen vertraue, ist die B-Corporation. Warum, erzähle ich Dir in diesem Beitrag.

Als ich angefangen habe, nachhaltiger zu leben, stand ich vor einer großen Frage: Woran erkenne ich, ob ein Produkt wirklich nachhaltig ist?
Es gibt unzählige Siegel – viele davon sehen überzeugend aus, halten aber oft nicht, was sie versprechen. Also habe ich mich durch Produktinfos, Inhaltsstoffe und Materialien gearbeitet. Und ehrlich gesagt: Das ist zeitaufwendig. Kein Wunder, dass man diese Themen studieren kann. Und ich habe ehrlicherweise nicht immer die Zeit dafür, mich da durchzuarbeiten, denn ich habe schließlich auch noch ein Leben – Hobbys, Freund*innen, spontane Abende auf dem Balkon. Du kennst das.

Als ich damals von der nachhaltigen Bank Tomorrow aus Hamburg gehört habe, war ich sofort interessiert. Kurz darauf bin ich über das B-Corp-Siegel gestolpert – und dachte mir nur: Was für ein B?
Also habe ich mich damit beschäftigt. Und festgestellt: Mag ich! Seitdem ist die B-Corporation für mich eine feste Orientierungshilfe, wenn ich nachhaltigere Unternehmen oder Produkte suche.

Was ist eine B-Corporation eigentlich?

Der Begriff B-Corp setzt sich aus „B“ für Benefit und „C“ für Corporation (Unternehmen) zusammen. B-Corporations (kurz: B-Corps) sind Unternehmen, die nicht nur Gewinne erwirtschaften wollen, sondern sich ganzheitlich für Menschen, Umwelt und eine faire Wirtschaft einsetzen. „Sie setzen auf langfristige Innovationen statt auf kurzfristige Gewinne“, schreibt B-Lab Deutschland auf ihrer Website.

Die Unternehmen durchlaufen dafür einen umfangreichen Prüfprozess und verpflichten sich, soziale und ökologische Verantwortung dauerhaft in ihre Unternehmensstruktur einzubinden.

Das Ziel: Eine Wirtschaft, die nicht nur „weniger schlecht“, sondern wirklich besser für alle ist – und langfristig zukunftsfähig.

Exkurs: Der Zertifizierungsprozess

Mir ist klar, dass der Zertifizierungsprozess nicht für alle relevant ist. Wenn Dich das Thema nicht interessiert, kannst Du diesen Abschnitt gern überspringen und danach weiterlesen.

Jedes Unternehmen, das eine B-Corp ist und somit das Zertifizierungslabel trägt, hat einen umfangreichen Prozess durchlaufen. Dabei muss es genau darlegen, welche sozialen, ökologischen und ökonomischen Gesamtleistungen es erbringt – also wie es die drei Säulen der Nachhaltigkeit in der Praxis umsetzt.

Der erste Schritt ist ein umfangreicher Fragebogen mit rund 200 Fragen in fünf Kategorien: Unternehmensführung, Mitarbeitende, Community, Umwelt und Kund*innen.

Wenn das Unternehmen diesen Schritt besteht, folgt ein Gespräch mit der B-Lab-Organisation. Dabei werden die Antworten noch einmal durchgegangen und alle Angaben müssen mit Dokumenten belegt werden.

Dieser Prozess nennt sich „B Impact Assessment“, und die Ergebnisse werden im Sinne der Transparenz nach der Zertifizierung veröffentlicht. Das bedeutet: Du kannst für jedes zertifizierte Unternehmen die Bewertung öffentlich auf der B-Corp-Website einsehen.

Wichtig zu wissen: Der Zertifizierungsprozess und die jährliche Mitgliedschaft sind mit Kosten verbunden. Deshalb tragen viele jüngere oder kleinere Unternehmen (noch) kein B-Corp-Label – obwohl sie den Anforderungen möglicherweise gerecht würden.

Diese Beschreibung habe ich stark vereinfacht, um den Prozess verständlicher darzustellen. Auf der englischsprachigen Website findest Du eine noch detailliertere Übersicht, falls Du tiefer einsteigen möchtest: Schritte des Zertifizierungsprozesses.

Wie erkennt man B-Corp-Unternehmen?

Ob ein Unternehmen ein B-Corp-Unternehmen ist, erkennst du am offiziellen Siegel. Dies ist meistens gut sichtbar auf der Website, den Produkten oder auf der Verpackung.

Außerdem kannst du auch auf der offiziellen Übersicht von B Lab nach zertifizierten Unternehmen auf der ganzen Welt suchen. Ich bin regelmäßig auf der Seite und gucke mir so an, was für Unternehmen es so gibt Von Architekturbüros, über Veganz oder Tony’s Chocolonely bis hin zu Toilettenpapier The Good Roll oder Tomorrow – es ist wirklich verrückt, wie unglaublich riesig die Spannweite ist.

B-Corporations sind (eigentlich) sehr transparent, dass heißt, du wirst spätestens im FAQ oder im „Über uns“-Bereich der Marke Hinweise auf die B-Corp-Zertifizierung finden.

Wer steckt hinter den B-Corps?

Das B-Corp-Siegel kommt nicht von irgendeinem Marketingbüro, sondern von der gemeinnützigen Organisation B Lab. Sie wurde 2006 in den USA gegründet – mit dem Ziel, Unternehmen als Kraft für das Gute zu nutzen: „Business as a force for good“.

B Lab entwickelt den Bewertungsprozess für die Zertifizierung (das sogenannte B Impact Assessment) und prüft regelmäßig, ob Unternehmen ihre sozialen, ökologischen und ethischen Versprechen auch wirklich einhalten. Dahinter steckt kein Greenwashing, sondern ein strenger Standard – unabhängig geprüft und transparent.

Auch in Europa gibt es ein eigenes Team: B Lab Europe mit Sitz in den Niederlanden. Von dort aus wird das Netzwerk betreut und weiterentwickelt. Weltweit entsteht so eine Community aus Unternehmen, die sich gemeinsam für ein faires, nachhaltiges Wirtschaftssystem einsetzen.

Kritik am Label

So schön sich das Label auch anhört, muss man es (erst recht) kritisch hinterfragen. 

Neue Narrative hat sich intensiv mit der B-Corp-Zertifizierung auseinandergesetzt und dabei einige kritische Punkte aufgedeckt. Lena Ganswindt, ehemals beim B-Corp-zertifizierten Unternehmen einhorn tätig, beschreibt den Zertifizierungsprozess als ein „Punktesammeln“, bei dem es keine Abzüge für negative Praktiken gibt. Das bedeutet, ein Unternehmen kann in bestimmten Bereichen glänzen, während problematische Aspekte unberücksichtigt bleiben.

Ein weiteres Beispiel, das für Diskussionen sorgt, ist die Zertifizierung großer Konzerne wie Nespresso und evian. Kritiker fragen sich, ob B Corp seine Standards zugunsten dieser Unternehmen lockert und dadurch die Glaubwürdigkeit des Siegels beeinträchtigt wird.

Diese Bedenken zeigen, dass Nachhaltigkeitssiegel wie B Corp nicht unfehlbar sind. Es ist daher ratsam, solche Zertifizierungen kritisch zu hinterfragen und nicht blind auf Labels zu vertrauen. Indem du dich selbst informierst und die Praktiken eines Unternehmens genauer unter die Lupe nimmst, kannst du sicherstellen, dass deine Kaufentscheidungen wirklich deinen Werten entsprechen.​

Drei inspirierende B-Corp-Unternehmen, die Du kennen solltest

1.   Tomorrow – Dein nachhaltiges Girokonto

Du denkst bei Banken an graue Hochhäuser, Klimasünder und intransparente Investitionen? Tomorrow * zeigt, dass es auch ganz anders geht – modern, digital und vor allem nachhaltig.

Tomorrow ist ein deutsches FinTech-Unternehmen mit Sitz in Hamburg und seit 2020 eine zertifizierte B-Corporation. Das Unternehmen möchte Banking neu denken und setzt dabei auf faire, ökologische und sozial verantwortliche Lösungen.

Seit August 2020 bin ich Kundin bei der Tomorrow GmbH und rundum zufrieden. Die moderne und einfach verständliche App hat mich sofort überzeugt. Besonders praktisch finde ich, dass ich bei Rewe, Budni und anderen Partnern problemlos Geld abheben kann. Aber auch das internationale Bezahlen mit meiner Debitkarte funktioniert reibungslos und ohne zusätzliche Kosten. Seit 2021 verbringe ich viel Zeit in den USA, weil mein Mann beruflich dort ist – da ist kostenloses Bezahlen für mich ein echter Vorteil.

Ich mag besonders die Aufrund-Option. In der App werden verschiedene Projekte vorgestellt, die ich ganz unkompliziert beim Bezahlen mit ein paar Cent extra unterstützen kann. Dabei entscheide ich selbst, ob und wann ich mitmachen möchte. Gefördert wurden in der Vergangenheit zum Beispiel der WWF, der Arbeiter-Samariter-Bund, Visions for Children e. V. oder die Tafel Deutschland.

Weitere Pluspunkte sind für mich die Wallets, das Tagesgeldkonto (seit Anfang 2025 verfügbar) und die Möglichkeit, ein Gemeinschaftskonto zu eröffnen. Mein Mann und ich nutzen dieses gemeinsame Konto bereits aktiv.

Zur Transparenz: ich habe im Oktober 2020 beim ersten Crowdinvesting der Tomorrow Bank GmbH Geld investiert.

2.   Wild – Natürliches Deo im Nachfüllsystem

Wild * zeigt, wie unkompliziert nachhaltige Pflege im Alltag sein kann – ganz ohne Kompromisse bei Design, Wirkung oder Komfort. Das Unternehmen setzt auf Deodorants im praktischen Nachfüllsystem und sagt Einwegplastik im Badezimmer den Kampf an.

Die Idee ist einfach und clever: Du kaufst einmal ein stylisches, wiederverwendbares Deo-Case aus recycelbarem Aluminium. Danach brauchst Du nur noch die kompostierbaren Nachfüllkartuschen, die sich ganz leicht einsetzen lassen. So sparst Du bei jeder Anwendung Verpackungsmüll – und tust gleichzeitig etwas Gutes für Dich und die Umwelt.

Ich habe Wild 2023 kennengelernt, als sie mich für eine Kooperation angefragt haben – und bin seitdem komplett überzeugt. Seitdem nutze ich nur noch dieses Deo und empfehle es auch meinen Freund*innen mit voller Überzeugung weiter. Und ganz ehrlich: Ich freue mich jedes Mal, wenn ich es „in the wild“ bei anderen entdecke!

3.   Tony’s Chocolonely – Schokolade mit Haltung

Mindestens einmal im Monat überkommt mich der Hunger nach Schokolade – ok, nicht nur einmal pro Monat, aber besonders doll, wenn meine Periode im Anmarsch ist.

In der Zeit hilft es mir nicht nur, nachhaltigere Periodenunterwäsche zu tragen, sondern auch, wenn ich weiß, dass meine Schokolade fair ist.

Tony’s will die Schokoladenindustrie revolutionieren. Ihr Ziel: eine komplett faire, 100 % sklavenfreie Schokoladenlieferkette. Sie machen öffentlich Druck auf große Player und zeigen, wie fairer Handel konkret aussehen kann.
Seit 2013 sind sie eine B-Corp und zeigen transparent auf, wie sie die Schokoladen-Revolution vorantreiben.Auf jeder Schokoladenverpackung findest Du Infos zu ihrer Mission – und warum faire Schoki mehr als nur ein Trend ist.

Fazit: B-Corporation sind mehr als ein Siegel

B-Corp ist mehr als nur ein hübsches Siegel auf der Verpackung – es steht für Unternehmen, die Verantwortung übernehmen und echte Veränderung wollen.

Kein Unternehmen ist perfekt – und das ist auch völlig okay. Was ich an B-Corp-zertifizierten Marken so schätze, ist, dass sie sich ernsthaft bemühen, Dinge besser zu machen. Viele von ihnen gehen schon jetzt weit über das hinaus, was man als „richtig“ bezeichnen würde. Sie setzen sich aktiv mit ihrer Verantwortung auseinander und arbeiten kontinuierlich an ihren Zielen.

Für mich ist genau das entscheidend: dass ein Unternehmen nicht stehen bleibt, sondern sich weiterentwickelt. Nachhaltigkeit ist komplex – und es ist kaum möglich, in allen drei Bereichen des Nachhaltigkeitsdreiecks (ökologisch, sozial und ökonomisch) gleichzeitig richtig gut zu sein. Die B-Corp-Zertifizierung zeigt, dass ein Unternehmen versucht, eine Balance zu finden und sich ganzheitlich auf den Weg macht.

Natürlich kann es trotzdem sein, dass Du persönlich eine Marke nicht unterstützen möchtest – zum Beispiel, weil bestimmte Materialien verwendet werden, die für Dich nicht infrage kommen. Auch das ist absolut legitim. Das Siegel ist aus meiner Sicht ein guter Anhaltspunkt, aber wie bei jedem anderen Siegel gilt: Nicht blind vertrauen, sondern auch mal selbst hinschauen.

Kennst du das Label B Corporation bereits? Was hältst du von dem Siegel?

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